Vermittler möchte mich mit der Maßnahme Bewerbungstraining schikanieren

  • Guten Tag Zusammen,

    Aus gesundheitlichen Gründen habe ich vor 2 Jahren meinen Job gekündigt und bin seit knapp einem Jahr Bürgergeld Empfänger.

    Mein Arzt hat mich bis auf weiteres Krank geschrieben und mein Sachbearbeiter sagte mir nach einem halben Jahr, Ich müsse Frührentner werden bzw. Irgendetwas derartiges beantragen, wenn ich länger als 6 Monate krankgeschrieben bin. Da ich mit meinen Mitteln 20 das Leben noch nicht aufgegeben habe und kein Frührentner werden will, sagte ich ihm, dass ich dem Markt wieder zur Verfügung stehe (alles telefonisch).

    Aus Schikane hat er mir ein Bewerbungstraining aufgebrummt, was ich nicht brauche und auch schwer aushalten kann. Ich leide Unter chronischer Erschöpfung und Schwindel.

    Ich habe mich bereits 2 mal krank gemeldet und mir wurde immer wieder ein neuer Termin gegeben.

    Ich werde nich jetzt nochmal für mehrere Wochen krank schreiben lassen, aber was kann ich machen, damit er mir dann nicht wieder ein neuen Termin gibt?

    Ich habe ihn ausführlich über meine Situation aufgeklärt (ich dachte wirklich ein aufrichtig Gespräch währe zielführend).

    Stimmt es überhaupt, das jemand der länger als 6 Monate krank ist zum früh Rentner werden muss?

    Wie kann ich dieser und auch weiteren komplett unnötigen Maßnahmen entkommen?

    Ich freue mich über jede Antwort.

  • Aus Schikane hat er mir ein Bewerbungstraining aufgebrummt

    Schikane ist in keinem der SGB II-Gesetze enthalten, evtl. solltest du mal erklären, worin genau diese besteht. Was hat das JC dir geschrieben? Was genau sollst du wann und wo tun?

    Grundsätzlich ist es so geregelt und auch rechtens, dass Leistungsbezieher, die der Vermittlung zu Verfügung stehen, möglichst auch vermittelt werden sollen. Ob das sofort geht, oder z.B. in deinem Fall zunächst geprüft werden soll, welche Beschäftigung in Frage kommt. Ein Arbeitsvermittler oder Fallmanager kann das nicht.

    Stimmt es überhaupt, das jemand der länger als 6 Monate krank ist zum früh Rentner werden muss?

    Nein, das stimmt natürlich nicht. Es gibt keinen Status "Frührentner" mehr, vor allem nicht für Personen Mitte 20. Es ist aber zu prüfen und uU auch durch medizinische Untersuchungen bzw. entspr. Anträge zu prüfen, ob eine Person erwerbsfähig oder in gewissem Umfang erwerbsgemindert ist. Aber auch das kann weder das JC noch dein Arzt feststellen.

    Ich kann dir nur empfehlen, trotz deiner bescheinigten Arbeitsunfähigkeit einer Einladung des JC zu folgen. Es gelten durchaus schon einige neue gesetzliche SGB II-Regelungen.

  • Wenn du deinem SB sagst, dass du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst, dann brauchst du dich über Termine nicht wundern. Termine kann man auch wahrnehmen, wenn man krankgeschrieben ist. Maßnahmen allerdings nicht. Das mit den 6 Monaten verhält sich so. Wenn jemand länger als 6 Monate unter 3 Stunden arbeitsfähig ist, dann gehört er zum Sozialamt und bekommt Grundsicherung. Das müsste aber vom ÄD erstmal festgestellt werden. Es gibt aber auch vom Sozialamt wieder einen Weg zurück zum JC. D. h. nicht, dass du den Rest deines Lebens in der Grundsicherung verbringen musst.

  • Ich leide Unter chronischer Erschöpfung und Schwinde

    Seit wann bist du krank geschrieben? Was wurde unternommen, dass du wieder gesund wirst? Gibt es Fachärzte, die behandeln? Wie hast du dir mit Mitte 20 und einer seit 2 Jahren unterbrochenen Erwerbsbiografie dein weiteres Leben vorgestellt? Und wieso bist du der Meinung, dass du nach 2 Jahren Arbeitslosigkeit kein Bewerbungstraining brauchst? Wenn nicht du, wer dann?

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