Hallo zusammen,
vor paar Tagen sprach mich eine Kollegin an und fragte mich ob ich ihr in einer Angelegenheit helfen kann und da ich mich persönlich in der Thematik kaum auskenne und gefühlt nicht mehr voran komme. Hoffe ich, hier kann mir jemand eine Einschätzung geben, weil ich langsam nicht mehr weiter weiß. Es geht um die Mutter einer Arbeitskollegin. Sie lebt seit etwa fünf Jahren in Deutschland. Im letzten Jahr hatte sie eine befristete Beschäftigung, ist danach in ALG I gerutscht und hat anschließend ergänzend Bürgergeld (Aufstockung) beantragt, weil das Geld nicht ausgereicht hat.
Das Problem: Sie erhält seit inzwischen etwa fünf Monaten kein Bürgergeld mehr.
Laut Aussage meiner Kollegin ist es so, dass ihre Mutter sprachlich große Schwierigkeiten hat und deshalb kaum selbstständig mit den Behörden kommunizieren kann. Sie versucht immer wieder, persönlich beim Jobcenter vorzusprechen, wird dort aber jedes Mal abgewiesen mit dem Hinweis, dass alles nur noch telefonisch oder über Termine geregelt wird (die sie auch nur telefonisch erhält, Beratungstermine sind bisher wohl auch nur telefonisch gewesen). Termine soll sie telefonisch vereinbaren, was für sie aufgrund der Sprachbarriere kaum möglich ist.
Am Donnerstag sind meine Kollegin und ihre Mutter gemeinsam erneut hingegangen, mit einem vollständig ausgefüllten Bürgergeldantrag. Sie wurden jedoch direkt an der Tür abgewiesen mit der Begründung, dass nichts mehr vor Ort angenommen wird und sie die Unterlagen in den Briefkasten werfen oder telefonisch Kontakt aufnehmen sollen.
Zusätzlich kommt dazu, dass offenbar weiterhin Schreiben (z. B. Weiterbewilligungsunterlagen) per Post ankommen, teilweise sogar unvollständig bzw. „leer“, was die Situation noch unverständlicher macht.
Die finanzielle Lage ist inzwischen sehr kritisch:
Die Mutter konnte seit etwa zwei Monaten keine Miete mehr zahlen, da schlicht das Geld fehlt. Es besteht mittlerweile die konkrete Gefahr von Wohnungslosigkeit. Meine Kollegin selbst arbeitet nur in Teilzeit (20 Stunden) und kann ihre Mutter finanziell kaum unterstützen.
Für mich wirkt die gesamte Situation sehr merkwürdig...entweder liegt ein massives Missverständnis vor oder es läuft tatsächlich etwas bei der Behörde schief.
Meine Fragen:
- Ist so ein Vorgehen des Jobcenters überhaupt zulässig?
- Welche Möglichkeiten gibt es, wenn jemand aufgrund von Sprachbarrieren keinen Zugang zum System bekommt?
- Was kann man konkret und kurzfristig tun, um die drohende Wohnungslosigkeit zu verhindern?
- An welche Stellen kann man sich wenden (Beratungsstellen, Sozialverbände etc.)?
Ich bin für jeden Hinweis dankbar, wie ich meiner Kollegin und ihrer Mutter in dieser Situation konkret helfen kann.
Liebe Grüße und schöne Feiertage