Hi,
nach dem Tod meines Vaters (kein Testament) am 11.12.2023 bin ich in eine finanzielle Notlage geraten und habe am 16.04.2025 einen Antrag auf Bürgergeld gestellt.
Alle erforderlichen Unterlagen habe ich eingereicht – mit Ausnahme des Sparbuchs meiner Eltern. Ich hielt dieses zunächst nicht für relevant, da ich selbst keinen Zugriff auf das Geld hatte und das Sparbuch zwar meinem Vater gehört, meine Mutter jedoch bevollmächtigt war.
Am 12.06.2025 wurde mein Antrag mit der Begründung abgelehnt, ich hätte nicht ausreichend an der Aufklärung mitgewirkt. Daraufhin habe ich Widerspruch eingelegt und das Sparbuch nachgereicht.
Am 10.07.2025 erhielt ich erneut eine Ablehnung – diesmal mit der Begründung, ich hätte meinen Erbanteil (1/4 des Guthabens) verschenkt, indem ich ihn meiner Mutter überlassen habe. Damit, so die Argumentation, würde meine Hilfebedürftigkeit entfallen. Um die 24000€ an Rücklagen wurde für mich ausgerechnet.
Tatsächlich haben meine Schwester und ich bewusst auf unseren Erbanteil verzichtet (aber das Erbe leider nicht ausgeschlagen) und das wenige Geld unserer Mutter überlassen, da sie mit ihrer Rente (nachweislich unter 1.050 €) unterhalb der Armutsgrenze lebt.
Wir wollten sicherstellen, dass sie finanziell im Alter über die Runden kommt, auch wenn mal eine größere Ausgabe anfallen sollte.
Bedauerlicherweise haben wir bei der Beantragung eines Europäischen Nachlasszeugnis (Papa war Grieche) angegeben, dass wohl auch ein Feld/Felder irgendwo in Griechenland existieren, die zwischen den Geschwistern und meinem Vater aufgeteilt waren. Allerdings haben wir dazu nie Unterlagen gehabt - er hat es zu Lebzeiten nur öfter mal beiläufig erwähnt.
Der Notar/Anwalt, der das Nachlasszeugnis in die Wege geleitet hat, hat uns geraten, die Felder/Ackerflächen einfach zu schätzen. Wir haben dann einfach 3 Felder mit einem Gesamtwert von 6000€ angegeben.
Jetzt will das Jobcenter tatsächlich Auszüge aus dem Grundbuch.
Meine Familie lebt seit 52 Jahren in Deutschland und wir haben überhaupt keinen Plan, wie man so etwas in Griechenland anfordern kann und ob die überhaupt Englisch sprechen...
Würde mich echt über etwas input freuen. Wir haben einen Gutschein für eine juristische Beratung angefordert, allerdings ist der bisher noch nicht bewilligt worden.
Kann man einen neuen Antrag auf Bürgergeld stellen und so eine neue Berechnung erzwingen? Ohne die ganze Geschichte um meinen Vater zu erwähnen? Oder bin ich jetzt für immer mit meinen Unterlagen in deren System?
Gruß
Andreas