Bürge im Mietvertrag als Mitmieter

  • Hallo zusammen,

    leider bin ich in eine ziemlich schwierige Situation geraten und weiß nicht mehr weiter. Ich versuche es so kurz wie möglich zu halten und freue mich über alle helfenden Kommentare!

    Ich habe in einer WG gewohnt und bin dann ins Bürgergeld gerutscht. Die WG hat sich extrem zerstritten und es war unmöglich weiter dort wohnen zu bleiben. Eine Freundin hatte ihren Vermieter (Herr A) gefragt, ob eine Wohnung frei wäre im Haus. Es gab eine, ich habe sie besichtigt, sie war zwar in einem schlechten Zustand, aber Herr A hatte versichert, dass sie zum Einzug in Ordnung gebracht wird. Ich habe Herr A zugesagt, dass ich die Wohnung möchte,

    Es gab Telefonate und Herr A schickte mir den Vertrag. Es war von vornherein klar kommuniziert von mir, dass ich Bürgergeld empfange, aber meinen Vater als Bürgen haben werde. In dem Vertrag war keine QM-Anzahl und die Heizkosten fehlten, dies hatte mir Herr A für das Jobcenter dann in einem Dreizeiler als Brief ergänzt.

    Ich habe dann gesehen, dass mein Vater in dem Vertrag mit aufgenommen wurde, habe mir aber nichts dabei gedacht, weil er ja ausdrücklich nur Bürge sein sollte und auch die Bürgschaftserklärung vorliegte. Es war Ruhe.

    Ich schickte den digital Unterschriebenen Vertrag an Herr A und an das Jobcenter. Das Jobcenter meldete sich und sagte, da sie anscheinend mit ihrem Vater einziehen übernehmen wir die Miete nicht. Ich habe angerufen und mir wurde gesagt, der Vermieter soll mir einfach erneut in einem separaten Dreizeiler bestätigen, dass es sich nur um den Bürgen handelt.

    Währenddessen hatte Herr A mir gesagt, dass das so passt mit dem Vertrag und er ihn gegenzeichnet, sobald die originalen Unterschriften vorliegen (das dauerte, weil mein Vater im Ausland war). Ich hatte ihm dann geschrieben, dass ich mich Mitte August in 2 Wochen dann melde. Dann wollte ich auch nach dem Dreizeiler fragen. Ich erreichte Herr A dann nicht mehr telefonisch.

    Als ich ihm eine Mail schrieb, kam die Antwort seines Chefs (Herr B), er würde jetzt für mich zuständig sein, Herr A wäre nicht mehr im Unternehmen. Er sagte mir dann aber, dass er von nichts wüsste, dass die Wohnung nicht frei wäre und der Mietpreis höher als im Vertrag von Herr A angegeben. Nachdem ich mit ihm vor Ort gesprochen hatte, ließ er sich darauf ein, dass er mir die plötzlich doch freie Wohnung vielleicht anbietet, aber zu dem erhöhten Mietpreis. Auf Nachfrage, ob er mir den Dreizeiler schreiben kann, meinte er nein, weil mein Vater offiziell Vertragspartner sei.

    Weil ich so Panik und Angst hatte, weil ich in 1 Monat aus meiner alten Wohnung ausziehen muss, habe ich erstmal ok gesagt, weil er es sich auch noch überlegen wollte, ob ich überhaupt die Wohnung jetzt bekomme. Nun weiß ich nicht, was ich machen soll.

    Ich habe nun doch den neuen Vertrag bekommen, die Miete ist von ursprünglich 550€ auf 670€ gestiegen und somit zu hoch für das Jobcenter. Mein Vater ist im Vertrag drinne, weil der Vermieter sich weigert es anders zu machen und rechtlich deswegen auch keinen Dreizeiler erstellen will.

    Da das Jobcenter schon bei dem Vertrag von Herr A wegen meines Vaters als Mieter gesagt hat ich kriege keine Mietkosten bezahlt, gehe ich vom selbigen bei Einreichung des Vertrags von Herr B aus. Plus, dass die Miete nun auch zu hoch ist und ich dadurch auf Umzugskosten und Erstaustattungskosten verzichten muss (dabei brauche ich eine Küche und eine Waschmaschine).

    Hatte jemand so einen Fall? Kann ich irgendwie dem Jobcenter beweisen oder irgendwas einreichen, das meinen Vater nicht als dort wohnenden Mieter beweist. Der Vermieter weigert sich vehement es anders zu machen. Dabei hat er eine Kaution (die ich dann ja auch selbst zahlen muss), eine Bürgschaftserklärung (auf egal wie viele Monate also nicht nur auf 3 beschränkt) und er will trotzdem meinen Vater als Mieter im Vertrag haben. Ich habe aber leider keine andere Wahl als dort einzuziehen, sonst bin ich wohnungslos.

    Eine Mitarbeiterin vom Jobcenter meinte auch, dass es eine Frechheit ist, mich so hängen zu lassen, dass aber diese Immobiliengesellschaft schon öfter negativ aufgefallen ist, Leute in Notsituationen auszunutzen. Sie kann aber leider nichts für mich tun, da sie nicht in der Leistungsabteilung ist.

    Kurz zu mir: Ich bin psychisch extrem angeschlagen und war vor kurzem in der Klinik und habe eigentlich jetzt meinen Plan gehabt Arbeitstherapie und berufliche Reha zu machen. Das setzt aber Bürgergeld voraus. Ich bin völlig am Ende und weiß nicht, was ich machen soll. Ich weiß, dass die Situation ziemlich schlecht ist und vieles falsch gelaufen ist. Ich habe auch eine Termin zur rechtlichen Beratung, aber mir wurde schon von einem Bekannten (Anwalt) gesagt, dass sich das wahrscheinlich nicht lohnt. Außerdem will ich ja auch irgendwo dort wohnen bleiben und nicht in Angst leben dass Herr B mich versucht rauszuschmeißen.

    Das Wohnungsamt und sämtliche Hilfestellen habe ich bereits abtelefoniert, da ich einen Hund und viele Möbel habe ist es keine Option dort unter zu kommen.

  • Hat dein Vater den zweiten Vertrag unterschrieben, also den mit höherer Miete und zweiter Vertragspartner statt Bürge?

    Will Jobcenter jetzt nichts zahlen oder nicht in voller Höhe der tatsächlichen Kosten? Ich denke, zumindest die Wohnkosten auf eine Person runtergerechnet sollten drin sein.

  • Hallo,

    danke schon mal für die Antwort. Nein, den 2. Vertrag haben wir noch nicht unterschrieben. Den sollen wir jetzt diese Woche einreichen. Das Jobcenter hat mir den kompletten Mietanteil des Bürgergelds (~500€) schon auf Grundlage des 1. Vertrags (wo die Miete ja niedriger war, aber das ist ja eigentlich egal, der 2. Vertrag ist gleich nur mit höhere Miete) gestrichen.

    Ich kriege ab Oktober dann nur noch die ~536€. Die Miete soll dann ja von meinem Vater übernommen werden. Ich muss dazu auch sagen, dass mir der Vermieter angeboten hat den Vertrag aufzuzeilen, einmal nur mit mir und einmal mit meinem Vater, wo er in einem 2. Vertrag als Nachzug aufgenommen werden würde mit dem Kommentar; Das müssen sie dem Jobcenter ja nicht sagen.

    Aber ich lasse mich nicht auf so eine krumme Sache ein, das würde sowieso hinten rum rauskommen und dann habe ich natürlich ein riesiges Problem. Es ist so mies gelaufen alles.

    Ich versuche morgen beim JC nochmal um Hilfe/Verständnis zu bitten, aber am Freitag hatte mich die Dame vorne nicht einmal zu einem Mitarbeiter gelassen und meinte nur ich soll es online einreichen, anders ginge es nicht und es wäre auch niemand da…

    Deswegen versuche ich es morgen früh nochmal. Leider sitzt dort immer die gleiche Frau und bei meinen letzten Besuchen, war sie immer ziemlich schlecht gelaunt und gnadenlos zu mir und den Leuten vor mir, soweit ich das mitbekommen habe.

  • Was ich nicht verstehe: dein Vater würde das unterschreiben und notfalls die Miete zahlen, obwohl er dort nie einziehen will? Das ist ihm doch hoffentlich klar, dass er schlimmstenfalls jeden Monat die komplette Miete zahlen muss?

    Ich fürchte, du solltest dich besser nach einer anderen Wohnung umschauen.

  • Ja, das weiß er alles. Ich werde auf jeden Fall sofort nach einer neuen Wohnung suchen. Aber bei dem Wohnungsmarkt wird es wahrscheinlich ein paar Monate dauern. Ich versuche die Zeit irgendwie zu überbrücken vielleicht mit Minijobs oder ähnlichem.

    Ich würde meinen Vater niemals die Miete zahlen lassen, auch wenn er es rechtlich müsste, falls ich nicht dafür aufkommen würde. Das würde ich aber nie von ihm verlangen. Ich bin dankbar, dass er überhaupt unterschrieben hat, das ist ja nicht selbstverständlich.

    Ich gucke wie ich über die Runden komme. Notfalls, zahle ich ihm das Geld natürlich irgendwann zurück, das ist keine Frage.

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