Beiträge von Tamar

    Was bedeutet "das Haus abbezahlen"? Wie groß ist es? Welche Schulden liegen noch darauf? Tilgungsraten werden vom JC im Normalfall nicht berücksichtigt. Das kann dann also eng werden. Oder wäre die Übernahme des Hauses durch den Sohn eine Option? Beteiligt er sich denn überhaupt an den Kosten?

    Ob bei einem Regelsatz von 563 Euro und nur Hausnebenkosten bei 740 Euro Rente überhaupt was rauskommt, kann man auch schlecht sagen. Wahrscheinlich wäre Lastenzuschuss vorrangig.

    Meine Wohnungstür wurde beschädigt und mit beleidigenden Schmierereien verunstaltet, ebenso der Hausflur. Es kam bereits zu einer Gerichtsverhandlung wegen Körperverletzung, außerdem laufen Anzeigen wegen Sachbeschädigung. Zusätzlich habe ich ein ärztliches Attest, das bestätigt, dass es mir psychisch nicht mehr möglich war, dort weiter zu leben.

    Dann hast nicht du auszuziehen, sondern er. Er verletzt ja mit seinem Verhalten garantiert die Hausordnung. Hast du dich denn an den Vermieter gewendet gehabt?

    Die Berechnung ist doch ganz einfach. Auf die 453,11 Euro gibt es erstmal die 100 Euro Grundfreibetrag. Auf den Rest von 353,11 Euro dann 20%, also 70,60 Euro. Zusammen macht das einen Freibetrag von 170,60 Euro. Dein Nettolohn war 436,46 Euro. Abzüglich des Freibetrag von 170,60 Euro sind vom Einkommen also 265,86 Euro (436,46 Euro - 170,60 Euro) anzurechnen. Da du bisher im Oktober gar kein Einkommen erzielt hattest, entspricht das anrechenbare Einkommen natürlich dann der Überzahlung.

    Guten Morgen habe gerade mit der service hotline des Bundesministerium für Arbeit und soziales telefoniert. Der freundliche Herr am telefon hat es mir bestätigt, das es nicht angerechnet werden darf. Bis monatlich 556€ dürfen Schüler unter 25 Jahren dazu verdienen.


    Dann irrt der freundliche Herr.

    Der Gesetzestext ist eindeutig:

    Zitat

    (2b) Abweichend von Absatz 2 Satz 1 ist anstelle der Beträge nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 der Betrag nach § 8 Absatz 1a des Vierten Buches von dem Einkommen aus Erwerbstätigkeit abzusetzen bei erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die

    Erwerbsfähigkeit beginnt aber erst ab 15. Weil das so ist, hat man Anno Dunne die damalige ALG 2-Verordnung (jetzt Bürgergeld-V) geändert und für 14jährige den Grundfreibetrag von 100 Euro eingeführt.


    Hier mal aus einer bei beck-online veröffentlichten Kommentierung:

    Zitat

    Der mit dem Bürgergeld-Gesetz mWv 1.7.2023 neu eingefügte Abs. 2b ersetzt teilweise die zeitgleich gestrichenen Abs. 2 S. 5 und 6 aF. Insbes. Abs. 2b S. 1 Nr. 1 und 4 sind aber ohne unmittelbare Vorläufer. Im Ganzen bewirkt § 11b Abs. 2b eine weitgehende Vereinheitlichung der Regelungen für die erfassten Personengruppen. Die früheren Absetzbeträge des § 11b Abs. 2 S. 3 aF für nach § 3 Nr. 12, 26 und 26a EStG steuerfreie Einnahmen wurden dagegen in den neuen Privilegierungstatbestand nach § 11a Abs. 1 Nr. 5 überführt. Die von § 11b Abs. 2b S. 1 Nr. 1–4 begünstigten Personen haben gemein, dass es sich um erwerbsfähige Leistungsberechtigte (iSd § 7 Abs. 1 S. 1) handeln muss; als solche müssen sie insbes. das 15. Lebensjahr vollendet haben (§ 7 Abs. 1 S. 1 Nr. 1) und erwerbsfähig sein (§ 8).
    (Luik/Harich/Schmidt/Lange, 6. Aufl. 2024, SGB II § 11b Rn. 38, beck-online)

    Wenn du noch Leistungen beziehst, solltest du dir am besten einen Anwalt suchen, der auch Beratungshilfe beantragt bzw. auf Beratungshilfeschein arbeitet. Ich vermute, dass deine Unterlagen als Nachweise für die endgültige Festsetzung EKS in die Leistungsakte gewandert sind. Die Förderung von 5000 Euro kam aber garantiert aus dem Vermittlungsbereich und in der Vermittlungsakte fehlen jetzt die Unterlagen. Die einfachen SBs aus Vermittlung und Leistung können in vielen Jobcentern nicht in die eAkten des anderen Bereichs schauen.

    Du kannst natürlich auch erstmal dem Jobcenter die Vermutung mitteilen. Versuche mal einen Teamleiter an das Telefon zu bekommen, die können meistens in alle Aktensegmente der eAkte schauen.

    Ein bisschen wenig Input. Sind nach der Trennung beide hilfebedürftig? Gibt es in der Gegend ausreichend Wohnraum, dass das auch funktioniert, dass einer auszieht? Ist die Wohnung nach dem Auszug noch angemessen für eine Person? Oder wollen beide umziehen?


    Sorry, da sind so viele Aspekte möglich, wie soll man darauf antworten?

    Ich habe doch geschrieben, dass im September keine Überzahlung stattfand. Da du im November kein Bürgergeld bekommen hast, versteht sich also von selbst, dass du nur im Oktober überzahlt wurdest.

    Wenn der Septemberlohn erst im Oktober zugeflossen ist, gibt es keine Überzahlung im September. Aber ansonsten ist es so: die Unterlagen müssen vorgelegt werden, ansonsten wird das JC sie vom Arbeitgeber selbst fordern.

    Nein. Vor Eintritt der Hilfebedürftigkeit kannst du über dein Vermögen verfügen und du kannst auch potentiell verwertbares Vermögen schützen, eben, indem du es in geschütztes Vermögen wandelst. Du darfst es halt nur nicht verschleudern, das wäre ein Sanktionstatbestand und würde auch zu möglichem Kostenersatz führen.

    Wenn behauptet wird, das ein Privatdarlehen ohne schriftlichen Vertrag unwirksam für das JC sein wird, so bitte ich um einen entsprechenden Nachweis.


    Wie jetzt, du kannst nicht nach "Darlehen SGB II Fremdvergleich" oder ähnlichem selbst googeln? Aber Behauptungen aufstellen kannst du doch gut.


    Dann mal ein Beispiel aus der Rechtsprechung:

    Zitat

    Bei der vorzunehmenden Prüfung, ob überhaupt ein wirksamer Darlehensvertrag geschlossen worden ist, können einzelne Kriterien des sog. Fremdvergleichs herangezogen und bei der abschließenden, umfassenden Würdigung aller relevanten Umstände des Einzelfalles mit eingestellt werden. Die Wahrung von im Geschäftsverkehr üblichen Modalitäten (wie der Vereinbarung der in § 488 Abs. 1 BGB genannten weiteren Vertragspflichten) kann dabei als ein Indiz dafür gewertet werden, dass ein Darlehensvertrag tatsächlich geschlossen worden ist. Demgegenüber spricht es etwa gegen die Glaubhaftigkeit einer solchen Behauptung, wenn der Inhalt der Abrede (insbesondere die Darlehenshöhe sowie die Rückzahlungsmodalitäten) und der Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht substantiiert dargelegt werden oder ein plausibler Grund für den Abschluss des Darlehensvertrages nicht genannt werden kann. Von einem Darlehen ist insbesondere dann nicht auszugehen, wenn mit einer Rückzahlung entweder überhaupt nicht oder doch nur bei Eintritt eines ungewissen Ereignisses gerechnet werden kann (vgl. OVG NRW, Beschluss vom 13.05.2015 - 14 E 495/14, Rn. 20, juris; VG Stuttgart, Urteil vom 15.08.2017 - 8 K 5706/16, Rn. 49, juris). Für die Beantwortung der Frage, ob nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise mit einer Rückzahlung des Darlehens gerechnet werden kann, sind u.a. Gesichtspunkte wie die Dauer einer darlehensweisen Finanzierung eines Teils des Lebensunterhalts, die Höhe des entstehenden Gesamtdarlehens, das Bestehen einer Unterhaltspflicht, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Darlehensgebers, die Prognose, das Darlehen in absehbarer Zeit zurückzahlen zu können, oder die sichere Erwartung, in nächster Zukunft zu Geld zu kommen, zu berücksichtigen (vgl. OVG Schleswig-Holstein, Urteil vom 23.04.2008 - 2 LB 46/07, Rn. 29, juris).

    Wenn du mir jetzt erzählen willst, dass es gerade im geschäftlichen Bereich üblich ist, ein Darlehen nur mündlich zu vereinbaren, dann kannst du das gern machen. Aber es ist eben nicht üblich, dass Firmen und Selbständige ohne schriftliche Vereinbarung Darlehen bekommen und aufnehmen. Allein daran scheitert also schon der Fremdvergleich. Dessen ungeachtet, dass ohne Schriftform keine Erkenntnisse zur Höhe, zu den vereinbarten Rückzahlungsmodalitäten usw. nachweisbar ist. Es ist nichts nachweisbar. Gar nichts. Und das kann nunmal zu Problemen führen.

    Aber da du ja alles besser weist, dann dürfte die weitere Diskussion hier auch müßig sein.

    Klar kann ich das nachweisen, denn die Rückzahlung erfolgt mit einem entsprechendem Verwendungszweck "Rückzahlung Privatdarlehen in Höhe von € xxx vom xx.xx.xxxx".

    Eben nicht, weil dir der Darlehensvertrag fehlt.


    Na ich halt, weil es ein sehr nahe stehender Mensch ist.

    Eine Firma ist kein Mensch.


    Was ist daran komisch einen mündlichen Vertrag im nachhinein schriftlich aufzusetzen, wenn es eine Behörde verlangt?

    Die Behörde verlangt keinen fingierten Darlehensvertrag. Die Rechtsprechung verlangt einen Darlehensvertrag, der einem sogenannten Fremdvergleich stand hält. Und das ist nunmal bei einem mündlichen "Darlehensvertrag" noch dazu mit einer Firma überhaupt nicht üblich.

    Im Grunde sind doch meine Zahlungen als Privatdarlehen eigentlich als angespartes Guthaben anzusehen oder nicht?

    Ja, wenn du es nachweisen kannst, dass es Rückzahlungen auf ein Darlehen, mithin in dein Vermögen, sind. Aber daran scheint es ja zu ermangeln. Und jetzt noch einen fingierten Darlehensvertrag aufsetzen: nun ja, das klingt schon komisch. Wer leiht einer FIRMA Geld, ohne etwas schriftlich zu machen?!

    Wenn jetzt wieder wegen des Guthabens Bürgergeld eingestellt wird, wird ja für diese Zeit dann auch keine Wohngeldnachzahlung mit dem Jobcenter verrechnet, so dass die Nachzahlung quasi für das BK Guthaben an dich gezahlt wird. Eigentlich ein Nullsummenspiel, nur, dass es eben zeitlich versetzt ist.