Beiträge von Tamar

    Alles ist verhandelbar. Bei Arbeitsunfähigkeit ist es sicher ein Unterschied, ob man wegen Erkältung eine Woche krank ist oder ob eine OP mit wochenlangen Erholungsphase ansteht. Auch hier kannst du natürlich verhandeln, wie das aussehen soll. 3 Tage ist die Definition von "unverzüglich". Und offene Stellen gibt es nicht ewig, wo soll das Problem sein, sich innerhalb 3 Tagen zu bewerben? Das Bewerben ist doch derzeit quasi dein täglicher Job.

    Außerdem, steht ArbeitsunfähigkeitBescheinigungen, außer Geh-und Reisunfähigkeitnachweise sowie ärztliche verordnete Bettruhe, hindern nicht daran, zu den Terminen des JC zu errscheinen.

    Korrekt, daß hat das Bundessozialgericht so entschieden. Du sollst dort ja nicht arbeiten, ergo sagt eine Bescheinigung deiner Arbeitsunfähigkeit nichts darüber aus, ob du Termine wahrnehmen kannst. Eigentlich logisch, oder?

    Frage 1: korrekt. Wenn Kinder aufgrund eigenen Einkommens nicht bedürftig sind, gehören sie nicht mehr zur Bedarfsgemeinschaft.

    Frage 2: Nicht unbedingt. Das kommt auf das Alter und Geschlecht der Kinder an usw. Es ist ja nicht ungewöhnlich, wenn gleichgeschlechtliche, kleine Kinder ein Kinderzimmer gemeinsam nutzen.

    Frage 3: Nein. Nur, wenn sie die Kindergeldberechtigte wäre, könnte Kindergeld ganz oder teilweise bei ihr angerechnet werden.

    Wenn ihr keinen gemeinsamen Haushalt führt, seid ihr auch keine HG. Eine BG gibt es schon aufgrund deines Alters nicht. Da bei getrennten Haushalten auch die Unterhaltsvermutung nicht greift, sind Kontoauszüge etc. der Eltern nicht notwendig. Du musst die Wohnsituation nur hinreichend glaubhaft machen.

    Solange die DRV dich nicht für erwerbsgemindert befunden hat, ist nach Auslaufen des ALG 1 das JC für dich zuständig, korrekt. Die Abwesenheit wegen Reha solltest du natürlich mitteilen.

    Du überliest eine kleine, aber bedeutende Regelung in:

    (3) § 22 Absatz 1 ist mit der Maßgabe anzuwenden, dass die tatsächlichen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung für die Dauer von sechs Monaten als angemessen gelten. Nach Ablauf des Zeitraums nach Satz 1 ist § 22 Absatz 1 Satz 3 mit der Maßgabe anzuwenden, dass der Zeitraum nach Satz 1 nicht auf die in § 22 Absatz 1 Satz 3 genannte Frist anzurechnen ist. Satz 1 gilt nicht in den Fällen, in denen im vorangegangenen Bewilligungszeitraum die angemessenen und nicht die tatsächlichen Aufwendungen als Bedarf anerkannt wurden.

    Deine Miete ist schon seit Jahren abgesenkt, lange vor Corona. Deshalb werden weiterhin nur die angemessenen und nicht die tatsächlichen Kosten berücksichtigt.

    Das SG sagt, dass das JC eine rechtsfehlerbehaftete Aufforderung versendet hat. Ob das bei dir der Fall ist, kann ich nicht erkennen. Bisher wird von dir ja gar nichts gefordert, nur von deiner Freundin. Wir sind also noch in den allgemeinen Mitwirkungspflichten nach § 60 ff SGB I, nicht im Auskunftsverlangen nach § 60 SGB II.

    Aber um das Ganze abzukürzen: werden die Unterlagen (von wem jetzt auch immer) nicht eingereicht, wird es eine Versagung des Antrags geben. Dann habt ihr Gelegenheit, die Frage, was ihr (du) müsst oder nicht müsst, gerichtlich klären.

    Mehr gibt es dazu eigentlich nicht mehr zu sagen.

    Wenn du klarstellst, was du überhaupt genau wissen willst...

    Es fehlen ein paar handfeste Fakten. Was wirst du verdienen, was wird die Miete in etwa kosten usw. Arbeitest du dort schon oder ist es erstmal nur ein Angebot? Würde der Arbeitgeber bei Wohnungssuche eventuell behilflich sein? Gleiches mit der Kita?

    Das mit der Zeit auf der Autobahn kann ich jetzt auch nicht nachvollziehen. Auf einer Autobahn sind 30 km doch normalerweise ein Klacks...

    Du übersiehst, dass in dem Fall der "Partner" bestritten hat, dass eine Bedarfsgemeinschaft besteht:

    Ich habe dich so verstanden, dass das bei euch unstrittig ist, dass ihr eine BG seid. Legst du deine Unterlagen nicht vor, folgt daraus zwangsläufig die Versagung der Leistungen.

    Ja, natürlich musst du das, anders kann die Hilfebedürftigkeit der Bedarfsgemeinschaft nicht ermittelt werden. Denn in einer Bedarfsgemeinschaft ist jeder im Verhältnis zu seinem Bedarf hilfebedürftig, das Einkommen wird nicht nur auf die verdienende Person angerechnet, sondern auf alle Mitglieder verteilt (horizontale Bedarfsanteilsmethode).

    Das Einzige: wenn die Partnerin dem JC mitteilt, dass sie vergeblich dich um die Unterlagen bemüht hat, darf es noch keine Versagung wegen fehlender Mitwirkung machen. Es muss dich erstmal nach § 60 SGB II zur Auskunft auffordern. Erst dann kann es versagen, wenn du auch die Vorlage verweigerst.

    Stellt einfach den Antrag auf ALG2 und wartet ab, was das Jobcenter bewilligt. Zumindest die angemessenen Unterkunftskosten müssen ja berücksichtigt werden. Wie groß der Unterschied ist, musst du erfragen. Wenn der jedoch enorm ist, bekommt ihr irgendwann ein Problem. 1200 Euro Miete ist nämlich eine echte Hausnummer. Dass überhaupt jemand angesichts eurer Einkommensverhältnisse sowas an euch vermietet, ist äußerst verwunderlich. Da sind doch Mietschulden vorprogrammiert.

    Die mögliche Nachzahlung für den Bewilligungsabschnitt 08/20 bis 01/21 hat nichts damit zu tun, ob du ab April eine Arbeit aufnimmst. Die Bedürftigkeit wird immer monatsbezogen, bei vorläufiger Bewilligung immer auf den Bewilligungsabschnitt bezogen betrachtet.

    Bei Amaxxn habe ich z. B. welche gefunden. Ansonsten einfach googeln. Außerdem dürften doch viele Heizmittellieferanten auch Gasflaschen mit im Angebot haben. Hier (Thüringen) kann man im Baumarkt anrufen und bestellen, liefern lassen oder auf dem Parkplatz abholen.

    Wie man die Flaschen tauscht, kann ich dir nicht sagen, ich habe solche Öfen ja nicht. Das solltest du doch eher wissen. Ansonsten gibt's da Tipps und Videos im Netz.

    Ansonsten vielleicht mal mit dem Vermieter reden. Auch, wenn die Heizung bei Anmietung kaputt war, scheint es in NRW nicht zulässig zu sein, dass ohne Heizung vermietet wird: